alltagslyrik

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nächtlicher Irrsinn. ehrlicher Irrsinn.

Ein Schweigen. Und Stille. Die Sinne, ich fühle
die düstere Schönheit des Mondes in mir.
Ich arbeite malmend – gedankliche Mühle –,
zerwühlte Besinnung, ohnmächtiges Tier.
 

Ich liege in Demut, die Augen gen oben,
gen Schwärze und Nacht und gen Ehrfurcht gekehrt.
Ich liege im Rasen und taubstumm klingt droben
die Dunkelheit schön, oh, sie klingt so verkehrt.

 

Vernebelt ist alles, was sinnlich zu fassen
ich mich noch getraue, ist also fast nichts.
Gar nichts begreifend das Sinnen zu lassen,
vergessend das Wesen des täglichen Lichts.

 

Deliriumartig emporsteigt das Weinen,
die Brust, die erbebt, ist das ehrlichste Wort.
Wo Liebe und Hoffnung mit Trauer sich einen,
ist unserer Seele der peinlichste Ort.

 

Da wird noch so manches nach oben getrieben,
manch alte Verzweiflung nach oben geschwemmt.
Da traute man jahrelang sich nicht, zu lieben,
kasteite sich selbst, oh, was war man gehemmt.

 

Vor Angst vor den Menschen die Menschen verneinend,
ward Isolation noch der einzige Gang. –
Der Rasen ist feucht und der Himmel auch weinend,
die Augen sind offen: Lieg‘ ich hier schon lang?

 

Ich liege im Rasen und komme zur Ruhe,
das Drehen hält inne, der Irrsinn lässt nach.
Von Fledermausrufen geweckt, ohne Schuhe,
liegt nicht nur mein Wesen, lieg‘ ich auch selbst brach.

9.9.08 23:52
 


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